XPS 15 ein Odysee

Mein damals 6 Jahre alter Mac (MBP mid 2010) hat langsam aber sicher seinen Geist aufgegeben, daher musste ich mich nach einem Ersatz umschauen.

Wichtig für mich war dass der Laptop genügend Leistung hat um einen Desktop zu ersetzen, aber trotzdem mobil genug ist um produktiv in der Uni zu sein.

Relativ fix habe ich den XPS 15 als idealen Ersatz ausgemacht, da er genügend Leistung hat, gleichzeitig aber auch leicht genug ist um mit ihm Unterwegs zu sein. Nach der nächsten Rabattaktion von Dell kam dann auch der Laptop und wurde zuerst kurz mit Windows betrieben, bis ich dann auf Linux umgestiegen bin.


RMA1

Nach einem halben Jahr kamen dann die ersten Probleme, der linke Lautsprecher ist plötzlich ausgefallen und das Touchpad hat sich aufgelöst. Dabei hat sich vermutlich die obere Glasplatte mit dem kapazitiven Sensor von der unteren Tasterhalterung getrennt. Besonders störend dabei war dass man bei jedem Klick zwei unterscheidbare Klicks gespürt und gehört hat. Kurzum bei Dell angerufen, ein Techniker kam und hat alles anstandslos getauscht. Das Touchpad ist fest mit dem Carbon-Teil des Gehäuses verbunden also musste das komplett getauscht werden.

Danach lief wieder alles reibungslos, daher erst mal ein Lob an den Support!


RMA2

Gut ein Jahr nach dem Kauf trat dann das nächste Problem auf. Das Touchpad ließ sich immer schwerer drücken, insbesondere dann wenn das Gerät warm wurde. Bevor ich jetzt schon wieder den Support rufen wollte habe ich den Deckel aufgemacht und erstmal verdutzt geschaut. Das komplette Akkupack war aufgeblasen.

Inzwischen hatte sich der Akku soweit ausgedehnt dass er das Touchpad von unten aus dem Gehäuse drückte.

Nach einem länglichen aber entschiedenen Anruf beim Support haben sie uns angeboten ein neues Gerät im Austausch zu schicken, allerdings erst nachdem wir mit Nachdruck auf die in Deutschland geltende Gewährleistung hingewiesen hatten.


RMA3

Nachdem ich ein komplett neues Gerät in meinen Händen hatte, hoffte ich dass ich nun endlich Ruhe hätte – zu früh gefreut. 2 Wochen vor Abgabe meiner Bachelorarbeit hat er mich dann komplett verlassen. Nach einem Reboot hat er nichts mehr gemacht, die Power-LED ging kurz an (<1 sec), die Lüfter drehten kurz hoch – das war es dann aber auch.

Kurzerhand habe ich dann das Internet hektisch und etwas verzweifelt durchforstet und nach möglichen Bugfixes etc. gesucht (interessant was man alles an so einem Gerät resetten kann). Effektiv hat aber nichts geholfen.

Danach hab ich ihn erst einmal beiseite gelegt um mit meiner Arbeit zu widmen. Gut ein Monat nachdem er ausgefallen war ging der Spaß dann erst richtig los. Mein Wunsch das Gerät nach 3 Mängeln zurückzugeben wurde hartnäckig vom Support abgewiesen. Das neue Gerät (RMA2) gilt nicht als Reparatur, daher zählen die 2 Versuche bis zum Fehlschlag der Nachbesserung von neuem, und bequemer weise laufen die 2 Jahre Gewährleistung in gut einem Monat ab.

Nach einiger Diskussion mit dem netten Mitarbeiter, der Beschreibung der beiden vorangegangenen RMAs (insbesondere des aufgeblasenen Akkus) und dem nahenden Ende der Gewährleistungsfrist, ist uns Dell entgegengekommen.

Auf Basis von Kulanz hat Dell angeboten das Gerät zurückzunehmen, was ich primär auf den verständnisvollen Mitarbeiter im Callcenter zurückführe.


PS:

Am Rande will ich noch ein paar Gedanken über das Gerät an sich loswerden. Insgesamt hat mir das Gerät gut gefallen, wenn ich ihn allerdings mit meinem alten Mac vergleiche fällt mir auf dass ich trotzdem einige Sachen vermisse.

  • Die Kamera ist einfach schlecht positioniert, insbesondere da sie es auch als Business Rechner vermarkten.
  • Der Bildschirm lässt sich nur schwer öffnen – wackelt dann aber trotzdem stark.
  • Ein Helligkeitssensor für eine automatische Regelung fehlt.
  • Der Bildschirm ist im Dunklen zu hell, am Tag hat er aber sobald die Sonne scheint keine Chance mehr.
  • Die Tastaturbeleuchtung ist ungleichmäßig, insbesondere bei Sonderzeichen sind nur Teile der Zeichen beleuchtet.
  • Das BIOS beherrscht keine Hardwareverschlüsselung für nvme, nur für SATA – und das steht dann natürlich nur irgendwo in den Support Foren. Das selbe gilt für die sichere Löschfunktion.

Ich werde mir jetzt erstmal keinen Dell mehr kaufen, aber das liegt eher daran dass die Erinnerungen frisch sind, nicht zwangsweise dass es bei anderen Herstellern besser wäre.

Leider hatte ich auch konstant das Gefühl, dass der große Bruder des xps 13 eher Stiefmütterlich behandelt wurde. Insgesamt ist das Gerät immer noch sehr gut, allerdings hat es viele Ecken und Kanten die den Gesamteindruck stark trüben.


PPS:

Hier noch ein kleiner Dank an den Dell Support: auch wenn das Produkt seine Fehler hatte und ich genau wissen musste was ich sagen muss (Gewährleistung etc.) habt ihr mir doch weiter geholfen. Danke dafür und das Verständnis das mir entgegen gebracht wurde.

Vermutlich macht man sich das Leben deutlich leichter indem man einfach direkt am Anfang die Extrakosten für die erweiterte Herstellergarantie berappt, und sich das für beide Seiten sparen kann.

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